Niedrigwasser-Informationsdienst Bayern

Niedrigwasser-Lagebericht Bayern

Ausgegeben am 10.11.15, 12:30 Uhr

70 Prozent der bayerischen Grundwassermessstellen weisen niedrige und sehr niedrige Grundwasserstände auf. Bei den Fließgewässern werden vor allem nördlich der Donau auch sehr niedrige Abflüsse registriert.

Witterung:
Der Niederschlag summierte sich im hydrologischen Sommerhalbjahr auf 539 mm in Südbayern (80 % vom Mittel 1981-2010) und 283 mm in Nordbayern (63 % vom Mittel). Im langjährigen Vergleich (Mittel 1981-2010) sind in Nordbayern nun neun Monate in Folge zu trocken und in den ersten Novembertagen bis zum 9.11. fiel kaum Niederschlag (rund 4 mm). In den letzten sieben Tagen lag Bayern im Zustrom milder Luftmassen und die Höchsttemperaturen erreichten Werte um 20 °C.

Fließgewässer:
Weiterhin werden an den gewässerkundlichen Pegeln in Bayern nahezu flächendeckend niedrige Abflussverhältnisse registriert. Vielfach, vor allem nördlich der Donau, werden auch sehr niedrige Abflüsse verzeichnet, d.h. der langjährige mittlere Niedrigwasserabfluss wird unterschritten. An Rednitz und Regnitz werden die Abflüsse künstlich durch das Überleitungssystem erhöht. Da für die nächsten Tage kaum Niederschläge vorhergesagt werden, wird sich die Abflusssituation zunächst nicht wesentlich ändern.

Speicher und Seen:
Seit der letzten Woche sind die Speicherstände auf breiter Front leicht gefallen. Der Rothsee wird zurzeit aus dem Donau-Main Kanal gespeist. Altmühlwasser wird aufgrund der noch immer niedrigen Pegelstände in der Altmühl, unterhalb von Gunzenhausen, nicht in den Brombachsee übergeleitet. Der Große Brombachsee ist im Niedrigwasserbereich, gibt aber kontinuierlich Wasser an das Maingebiet ab. Der Rothsee beteiligt sich an der Überleitung. Die Entnahme von Wasser aus der Donau ist möglich, da der Pegel bei Donauwinzer derzeit bei 177 m³/s liegt. Die Betriebsräume an den Trinkwassertalsperren nehmen kontinuierlich ab, die Versorgung ist jedoch langfristig sichergestellt. An den Seen im Südosten Bayerns sind niedrige und sehr niedrige Wasserstände zu verzeichnen. Seit dem 05. 11. wird Wasser aus dem Rottachsee zur Niedrigwasseraufhöhung an Iller und Donau abgegeben.

Grundwasserstände:
Aktuell weisen in Bayern rund 70% der im oberen Grundwasserstockwerk gelegenen Grundwassermessstellen und Quellen des Niedrigwasserinformationsdienstes niedrige und sehr niedrige Werte auf. In den tieferen Stockwerken sind weiterhin an knapp 80% der Messstellen niedrige bzw. sehr niedrige Grundwasserstände zu beobachten. Im Vergleich zur Vorwoche sind die Zahlen sowohl im oberen als auch in den tieferen Stockwerken unverändert. In weiten Teilen Bayerns sind aufgrund der trockenen Wetterlage weiterhin sinkende Grundwasserstände und Quellschüttungen zu verzeichnen. An einzelnen Stationen – vor allem in Ostbayern - treten derzeit neue Niedrigstwerte auf. Auch für die nächsten Tage sind keine nennenswerten Niederschläge zu erwarten. Daher ist davon auszugehen, dass der Trend fallender Grundwasserstände noch weiter anhält.

Wasserqualität Fließgewässer:
An den bayerischen Flüssen werden derzeit keine gewässerökologischen Beeinträchtigungen registriert.

Wasserqualität Seen:
Das Ende der sommerlichen Wärmeperiode brachte endgültige Entspannung bei den Seetemperaturen, die jetzt im für die Jahreszeit normalen Bereich liegen. Die ökologische Situation an den großen Seen zeigt keine Besonderheiten. Weiterhin können an Kleinseen und Baggerseen vereinzelt stärkere Algenentwicklungen auftreten, was auch im Herbst keine Besonderheit darstellt.

Ausblick:
Laut Aussagen des Deutschen Wetterdienstes sorgt vorherrschender Hochdruckeinfluss (antizyklonale Westlage) für weitgehend trockenes Wetter in Bayern. Am Sonntag soll ein atlantischer Tiefausläufer zwar Flächenniederschläge bringen, aber dieser kurzzeitige Eintrag wird am bestehenden Niederschlagsdefizit nichts ändern. Die Niedrigwassersituation mit dem Trend fallender Grundwasserstände wird daher weiter anhalten.

Symbolzurück